Lauberhornrennen im Sommer

Projektbeschrieb: Lauberhorn

Zauberwort im Skiweltcup. Ein Rennen, das heute niemand mehr erfinden
würde. Lauberhorn. Das ist wie Monte Carlo in der Formel 1:
Eigentlich unmöglich, aber gerade deshalb das Faszinierendste,
was der Skisport zu bieten hat.

LauberhornrennenLängenprofil:
Maximale Neigung 42°
Geringste Neigung 6
Durchschn. Neigung 14,7
Streckenlänge ca. 4455 m
Höhendifferenz 1025 m

Dieses Kunstprojekt macht die berühmteste Schweizer Skirennstrecke im Sommer, mit Hilfe von Installationen und einem Zeitraffer, neu sichtbar. Das Endprodukt, eine Installation mit Viewern und ein Kurzfilm, der über eine bisher unerreichte Bestzeit am Lauberhorn dauert, ermöglicht Einblicke in die faszinierende Rennstrecke. 10 000 Holzleisten beschreiben die Ideallinie, die der Skirennfahrer beim Hinuntersausen in die Piste schneidet. Die Lattenspur vor dem Hintergrund der grünen Wiesen erzeugt die bewusst gewählte Verfremdung und zeigt die Ideallinie weit deutlicher, als dies in der Schneelandschaft möglich wäre.

Die zeitlich begrenzte künstlerische Intervention wurde 2006 realisiert. Handlung, Aktion und Form der Installation widerspiegeln die Situation und das Umfeld vor Ort. Die Ideallinie im Winter, d.h. die Abfahrtsspur des Skirennfahrers, bestimmte Form und Grösse der Holzleisteninstallation. So lebt das Resultat vom Spannungsfeld zwischen Statik und Dynamik. Die Installation wurde binnen zweier Wochen auf- und wieder abgebaut und nahm die ephemere Bauart der Rennstrecke auf.

Der Film folgt den Regeln der Sportreportage. Die Kamera versetzt den Künstler Daniel Zimmermann in die Position des Rennfahrers: Als Betrachter fahren auch Sie mit seinen Augen die Strecke des legendären Lauberhornrennens im Sommer hinunter und stellen einen neuen Streckenrekord auf. Angefeuert vom Speaker, der Ihre Laufzeit vom Start bis ins Ziel verfolgt, erleben Sie im unregelmässigen Übereinander der Leisten die flatternde, rasante Abfahrt.

Die Viewer erinnern an jene Fernrohre, die an Aussichtspunkten den Blick auf touristische Highlights freigeben. Sie stehen genau an den Orten, wo die Stereoskopie-Aufnahmen gemacht worden sind. Die nicht mehr vorhandene Lattenspur wird dadurch auf illusionistische Art erneut sichtbar. Die so vermittelten Bilder erfüllen eindrücklich die ewige Sehnsucht des Menschen, die Zeit festzuhalten.